Das Zentrum des Menschen ist Gott in Jesus Christus
"Der Stein ... wurde zu
einem großen Berg, so dass er die ganze Welt füllte." ( Daniel 2, 35 )
Für viele hat sich die Prophezeiung von Daniel ( Kapitel 2 ) in der Menschheits-geschichte erfüllt ...
und doch bleibt für die meisten nach wie vor das Schlussereignis unklar: Der Stein der Gnade, der vom Himmel fällt und alle politischen und
religiösen Herrschaftssysteme zermalmt. Was hat dieses Ereignis zu bedeuten ... und wie wird das mit diesem Ereignis verstandene Reich
Gottes, das Gerechtigkeit und Frieden für die Menschheit bringt, in diese Welt treten?
Zur Beantwortung dieser Fragen kehren wir zuerst einmal zurück zum Garten Eden und den Anfängen der Menschheit: Es ist die
Zeit, wo es am Menschen nichts auszusetzen gab. Sein Charakter war ohne Tadel, seine Beziehung zu Gott ungetrübt, und er verfügte über
erstaunliche Fähigkeiten.
Erst
der Ungehorsam ließ ihn egoistisch und lieblos werden. Der damit verbundene moralische Niedergang war so gewaltig, dass der Mensch dem Bösen
nicht mehr aus eigener Kraft widerstehen konnte ... und plötzlich war ihm die Nähe des Schöpfers unheimlich. Er konnte Gottes Heiligkeit nicht
mehr ertragen. Darum versteckte er sich vor Ihm.
Aus
eigener Kraft kann sich der Mensch nicht aus der Fallgrube der Sünde befreien, denn das Böse steckt im Herzen, und das kann er nicht mehr
ändern. Der Gottesmann Hiob beschrieb das so ( Hiob 14, 4 ): "Du musst doch wissen, dass er ( der Mensch ) unrein ist, dass niemals etwas
Reines von ihm ausgeht." Im Brief an die Christen in Rom schrieb der Apostel Paulus ( Römer 8, 7 ): "Der Mensch, so wie er von sich aus ist,
lehnt sich gegen Gott auf. Er gehorcht nicht dem Gesetz Gottes, ja er kann es gar nicht."
Um einen Sünder in einen Heiligen zu verwandeln, reicht menschliche Kraft nicht aus. Das bringt
nur einer zustande: Jesus Christus. Wenn eine Seele zu geistlichem Leben erweckt wird, dann ist das Seiner Gnade zu verdanken; und wenn ein
Mensch zu Gott zurückfindet, dann hat Christus Seine Hand im Spiel.
Ein neues Leben bleibt für immer ein Wunschtraum, wenn der Mensch es nicht zulässt, dass Gott sein Herz erneuert. Wenn sich
nach außen hin etwas verändern soll, muss der Mensch zuerst sein Denken, Wünschen und Wollen ändern.
Was aber ist das ewige Leben? Das ewige Leben ist die vollendete und uns erfüllende Gemeinschaft mit Gott, dessen
innerstes Wesen ja die Ewigkeit ist. "In Gott leben, weben und sind wir" ( Apostelgeschichte 17, 28 ).
Gott hat das Leben auf dieser Erde erschaffen. Er trägt als Schöpfer des Universums in jedem Augenblick bewusst das Leben der
Menschen ... und Gott lädt ihn ein, das Leben mit Seinen Augen zu sehen ... und ihn zum ewigen Leben zu erlösen.
Gott hat nicht die Sündhaftigkeit der Welt zu verantworten, wohl aber ein Leben in dieser schuldverstrickten Welt. ( Die Erde
wird ausgeplündert, vergiftet und geschunden. Und so zerstört der Mensch seine Lebensgrundlagen für den kurzfristigen Genuss, für Wohlstand,
Macht, Sicherheit und Luxus. Doch die geschundene Natur schlägt zurück ... ).
Somit kommt es auf die Entscheidungen des Menschen an, die er in diesem Leben trifft: Denn Gott weiß, dass der Mensch nichts
dafür kann, dass er in dieser sündigen Welt hineingeboren ist. Somit ist es Sein Plan der Errettung, dass der Mensch dieser Sünde
entsagt und sie ablehnt. Hilfe erhält er hierzu, indem er täglich in Gottes Wort liest und im Gebet Zeit mit Ihm allein verbringt: Das ist
das Wichtigste, was er im Leben tun kann.
Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.
Talmud
Alles zielt in diesem Leben auf das Heil des Menschen in seiner Begegnung mit Gott ab ... und darauf, dass der Mensch den Weg
geht, den Gott mit ihm vorhat. Um diesen Weg zu gehen, muss der Mensch Gott immer wieder fragen, ob das, was er als so wichtig erachtet und
wohinein er investiert, auch genau das ist, was Gott von einem will. Wichtig ist hierbei, das der Mensch dem Heiligen Geist Raum in sich gibt
... und das Lesen in der Bibel nicht vernachlässigt. Denn Gott redet vor allem durch Sein Wort zum Menschen: Das ist der bekannteste und
normale Weg.
Unter der Voraussetzung, dass Gott diese Welt erschaffen hat ( und sogar Mensch wurde ) kann christlich nicht eine Erlösung
von der Welt erhofft werden, sondern eine Erlösung der Welt und des Menschen.
Es wird gehofft auf eine Neuschöpfung von Himmel und Erde ... und es
ist die apokalyptische Erwartung, dass das Reich Gottes von oben her in die Welt einbricht ( wie es Daniel im Kapitel 2 prophezeit ). Denn
nach dem göttlichen Heilsplan weist der Gang der Geschichte unfehlbar auf ein Ziel hin: Die Selbstoffenbarung Gottes als Heil Seines Volkes
inmitten der Geschichte.
Das Gericht ist demnach eine Weise, in der Gott Sein Heil wirkt und den Durchbruch zu einer neuen Heilszeit eröffnet, die nie
mehr enden wird, zur Konstitution eines "neuen Himmels und einer neuen Erde" ( Jesaja 65, 17 ). Gott selbst wird als König kommen und in Seinem
Reich der Gerechtigkeit das Zepter führen ( Jeremia 23, 5; Jesaja 32, 1 ). Diese endzeitliche Gottesherrschaft wird vom Sohn Davids, dem Gesalbten
( Messias ) des Herrn, aufgerichtet werden. Er wird die Erlösung und Befreiung verkünden.
Dieser endzeitliche Offenbarer des himmlischen Vaters und geschichtliche Träger der Gottesherrschaft ist Jesus Christus. Das
Verhalten Ihm gegenüber im Glauben oder Unglauben entscheidet über das Schicksal des Menschen.
Als Weltenrichter wird Jesus Christus erwartet, der am Ende
der Welt plötzlich von oben her kommen wird. Erst bei diesem Endgericht wird dem Menschen Seine Bedeutung aufgehen: Gerettet wird, wer Christus
in Seinem Leiden und Kreuz ( geistig gesehen ) nachfolgt und Ihm im Glauben als den Gesalbten des Herrn bekennt.
In Jesus Christus ist Gott selbst Mensch geworden: Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist nicht Selbstzweck,
sondern geschah um des Heiles der Menschen willen. Jesus Christus ist der "Heilsbringer"; darin liegt Seine Bedeutung für die Menschheit,
ja für die ganze Welt. Und so nennen Ihn die Christen den "Heiland", weil Er den Menschen das Heil gebracht hat, und den "Erlöser" und
"Retter", weil Er sie von Unheil erlöst und errettet hat. Das ist die Kernaussage des christlichen Glaubens.
Jesus Christus - Der Baum des Lebens
Durch das Wunder der Selbstoffenbarung Gottes in Seiner
Schöpfung zeigt sich, dass Gott nicht nur die Welt liebt, sondern dass Er in Seinem Wesen selbst Liebe ist: Der Sohn Gottes,
Jesus Christus, tritt auf dem Bild links wie ein Auswuchs an einem alten Baum - nicht durch Menschenhand erschaffen - in die
Schöpfung, um auf Gottes Heil als Sinn des Lebens hinzuweisen. Die Gemeinschaft mit Gott in Erkenntnis und Liebe ist Ursprung, Mitte und Ziel
des mit Geist und Freiheit begabten Menschen. So wie Jesus in diesem lebensgroßen Abbild verwachsen ist mit der Schöpfung Gottes ( der
"Jesus-Baum" steht auf einem römisch-katholischen Kirchhof in Quincy, Illinois, USA ), so sollen auch wir Glieder werden am Leibe Christi
( Römer 11, 36 ):
"Denn von Ihm und durch Ihn und zu Ihn sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen."
Die Welt ist durch Christus ganz bei Gott angekommen und von innen her durchdrungen. Mit Ihm tritt das Reich Gottes hervor
als Offenbarung der Herrlichkeit des Vaters. "Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles,
was im Himmel und auf Erden ist" ( Epheser 1, 10 ).
Gott erschafft die Welt und teilt sich dem Menschen mit, damit Er über allem und in allem
sei und als Gott herrsche. Durch Christus wurde dem Menschen dieser universale und allumfassende Schöpfergott ganz konkret.
Jesus Christus ist der ganz neue und ewig junge, sich nie überholende Mensch, in dem "Gott mit Seiner ganzen Fülle unter uns
wohnt, um durch Ihn alles zu versöhnen" ( Epheser 1, 20 ).
In Ihm erschließt sich die Frage nach der Herkunft und Bestimmung des Menschen.
Denn der Mensch ist das Lebenswesen, dass durch seinen Geist auf eine transzendente Welt verwiesen wird: Die Seele des Menschen ist
unmittelbar von Gott geschaffen, dass heißt zur Natur der Seele gehört ihre persönliche Bezogenheit zu Gott. Durch seine Innerlichkeit
übersteigt der Mensch die Gesamtheit der Dinge und ist so auf Gott hingeordnet. Seine Seele ist geistig und unsterblich.
Das Gewissen ist die verborgenste Mitte und das Heiligtum im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem
Innersten zu hören ist ... und auf diese Weise wird der Mensch zum Geschöpf Gottes. Es heißt ( 1. Mose 1, 26-27 ):"Gott schuf den Menschen
als Sein Abbild; als Abbild Gottes schuf Er ihn; als Mann und Frau schuf Er sie." Der Höhepunkt dieser Gottebenbildlichkeit war zweifellos der
in die Welt gekommene Sohn Gottes, in dem die Herrlichkeit Gottes in der Welt aufstrahlte. Von daher heißt es in der Neuoffenbarung: "Um ein vollendeter
Geist zu werden, muss man allein nur Gott den Herrn suchen und sich in Liebe zu Ihm üben." ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung
des Robert Blum, Bd. 1, Kap. 49, V. 2 )
Durch die Sendung des Sohnes Gottes und Seiner Geburt als Mensch war die Fülle der Zeit angebrochen: Er ist der Stein der
Gnade aus Daniel ( Kapitel 2 ).
Gesetz, Sünde und Tod als die Mächte der alten Zeit waren nunmehr überwunden. Gerechtfertigt, versöhnt und
geheiligt lebt seither der Christ im Heiligen Geist und kann die Verführungsmächte der alten Existenz ( des Fleisches ) überwinden. Mit Jesus
Christus bewegt sich der Christ in Gesinnung und Lebenswandel quasi schon wie im Himmel.
Der Mensch wurde einst von Gott zur Existenz gebracht durch die Formung seiner Gestalt aus dem Staub des Ackerbodens und durch
Seine Einhauchung des lebendigmachenden Odems. Der Mensch ist darum konstituiert durch seine Herkunft aus der materiellen Welt und seine
beständige Einbindung in sie: Er ist ein Wesen aus "Fleisch" ... und zugleich ist er auch konstituiert durch den göttlichen Odem, der ihm
innerlich zu eigen gegeben ist ... durch den er lebt und wodurch er auch fähig ist, Gottes Wort und Gebot entgegenzunehmen.
Jeder einzelne Mensch ist geschaffen nach dem Bild Gottes ... und über seine Seele hat der Mensch Teilhabe an Gottes Leben.
Der Kirchenvater Aurelius Augustinus ( 354 - 430 ) schreibt hierzu - an Gott gerichtet: "Du hast uns auf Dich hin geschaffen, und unruhig ist
unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir." Und im II. Vatikanum kann man lesen: "Der Mensch irrt aber nicht, wenn er seinen Vorrang vor
körperlichen Dingen bejaht und sich selbst nicht nur als Teil der Natur oder als anonymes Element in der menschlichen Gesellschaft betrachtet,
denn in seiner Innerlichkeit übersteigt er die Gesamtheit der Dinge. In diese Tiefe geht er zurück, wenn er in sein Herz einkehrt, wo Gott ihn
erwartet, der die Herzen durchforscht, und wo er selbst unter den Augen Gottes über sein eigenes Geschick entscheidet. Wenn er daher die
Geistigkeit und Unsterblichkeit seiner Seele bejaht, wird er nicht zum Opfer einer trügerischen Einbildung, die sich von bloß physischen und
gesellschaftlichen Voraussetzungen herleitet, sondern erreicht er im Gegenteil die Tiefe Wahrheit der Wirklichkeit."
Die zum Wesen Gottes gehörende Beziehung des Vaters Jesu Christi
und "Seines Sohnes" wird ausgedrückt in der Redeweise von Jesus als "Gottes
Ebenbild" ( 2. Korinther 4, 4 ). Gott ist der Vater Jesu Christi, der uns in
Christus gesalbt und den Geist in unser Herz gegeben hat als Anteil am
verheißenen Heil. Er ist der Gott der Liebe, der Gnade Jesu Christi und der
Gemeinschaft des Heiligen Geistes ( 2. Korinther 13, 13 ). Die Wesenheit des
Sohnes mit dem Vater zeigt sich auch, wenn von Jesus die Rede ist als
Offenbarung der Weisheit Gottes und in Seiner Beziehung mit dem Gottesprädikat
"Herr der Herrlichkeit" ( 1. Korinther 2, 8 ).
In der Heilswirksamkeit des Sohnes Jesu Christi entäußert sich
der himmlische Vater als der "lebensspendende Felsen", aus dem die Israeliten
bei der Wüstenwanderung das lebensspendende Wasser empfingen: "... und dieser
Fels war Christus" ( 1. Korinther 10, 4 ). Nach dem Gott, der Vater, auf vielerlei
Weise zu den Vätern durch die Propheten gesprochen hat, hat Er "in den letzten
Tagen" zu den Menschen gesprochen "durch den Sohn" ( Hebräer 1, 2 ). In Beziehung
auf Gott ist Sein Wesen zu bestimmen als "Abglanz" der göttlichen
"Herrlichkeit". Im Vollbesitz des göttlichen Wesens trägt der "Urheber des
Heiles der Menschen" ( Hebräer 2, 10 ) "das All durch Sein machtvolles Wort"
( Hebräer 1, 3 ) in sich.
Das in Jesus begonnene endzeitliche Reich Gottes existiert jetzt
in Seiner Niedrigkeitsgestalt und Verborgenheit. Erhofft wird die Offenbarung
Seiner Herrlichkeit. Im Lichte des Osterereignisses und der Geisterfahrung zu
Pfingsten identifizieren die Jünger Jesu, den gekommenen Messias, mit dem
"kommenden Menschensohn" ( Daniel 7, 13 ), der am Ende die Gottesherrschaft
aufrichtet. Die Gemeinde erwartet Jesus, der durch Gott von den Toten auferweckt
wurde, zu Seiner zweiten Ankunft und Wiederkunft als den kommenden Richter vom ( geistigen )
Himmel her, wo Er zur rechten des Vaters thront ( Philipper 3, 20;
2. Thessalonicher 1, 7;
Kolosser 3, 1;
Apostelgeschichte 3, 20 ), um uns "dem
kommenden Gericht Gottes zu entreißen" ( 1. Thessalonicher 1, 9 ): Wir Christen
warten auf das "Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters
Christus Jesus" ( Titus 2, 13 ).
Der
Kirchenvater Gregor von Nazianz ( 280-374 ) schreibt hierzu: "Was nicht angenommen
ist, das ist auch nicht erlöst - quod non est assumptum, non est sanatum." Denn
- so schreibt der Kirchenvater Clemens von Alexandrien ( 150-215 ): "Die Menschen
sind mit Gott nicht gleichen Wesens." Das heißt: Die Menschen bedürfen der
Teilhabe am göttlichen Wesen, um erlöst zu sein.
Gott will das
Heil der Menschen und Er kommt zu ihnen, damit diese vergöttlicht werden. Denn
am Ende steht eine einzige Realität: Die christliche Erlösungslehre in der
gnadenhaften Zeugung des Gotteskindes durch die Ausgießung des Heiligen Geistes.
Während man also bei Christus von einem fleischgewordenen Gott spricht ( "Gott
ist Mensch geworden" ), ist beim Menschen von dessen Vergöttlichung die Rede.
So
ist Jesus in Seiner menschlichen Natur der neue Adam, die exemplarische
Verwirklichung des neuen Geschöpfs, der Stellvertreter und das Haupt der neuen
Menschheit, der Mittler des Heils und der Hohepriester des neuen Bundes, von dem
alle Gnade auf die Jüngerschaft überströmt.
Jesus
ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er ist der einzige und ewige Hohepriester des neuen Bundes ( Hebräer 9, 15 ). In Seinem
Namen allein ist das Heil ( Apostelgeschichte 4, 12 ). In Ihm sollen alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Der
Sohn Gottes ist Wahrheit und Leben und darum allein der Weg, auf dem Gott zu uns kommt und wir zu Gott kommen ( Johannes 14, 6 ).
Es
kommt alles darauf an, Ihn als den Sohn Gottes zu erkennen und an Wesen und Gestalt des Sohnes Gottes teilzuhaben. Er gibt uns Seinen Geist
und den Geist des Vaters, damit wir zu Gott Abba, Vater, rufen können ( Römer 8, 15;
Galater 4, 4-6 ). Denn nur der Geistträger kann den Geistträger Jesus Christus wirklich erkennen.
Wie aber wird man ein solcher Geistträger? Indem man Gott
über alles liebt. Und wie liebt man Gott über alles? Durch das tägliche ( zeitweise ) Sich-Zurückziehen von der Welt, um in seine Innerlichkeit zu gehen und sich dem stillen Gebet zu widmen.
Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Der Herr spricht zum reichen Jünglinge: "Verkaufe alles, teile es unter
die Armen, und folge Mir!" - Was heißt das? Mit anderen Worten nichts anderes als: So du, Jüngling, das Gesetz beobachtet hast, so erhebe dich nun über dasselbe, gib der Welt alle Gesetze und
alle ihre Dinge zurück, und du bleibe bei Mir, so hast du das Leben! Wer wird hier nicht erkennen, was Gott über das Gesetz hinaus lieben heißt?
Weiter spricht der Herr zu den Jüngern:
"So ihr nicht werdet wie dies Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen." Was will denn das sagen? Nichts anderes als: So ihr nicht wie dieses
Kindlein, alles in der Welt nicht achtend, weder das Gesetz, noch die Dinge der Welt, zu Mir kommet und Mich wie dieses Kind mit aller Liebe ergreifet, so
werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen!" ( Die Geistige Sonne, Bd. 2, Kap. 102, V. 7-10 )